Bad Lobenstein – Wurzbach

Stammholzzug bei Heinersdorf

Im Mai 2014, an Kilometer 54.4 der Thüringer Oberlandbahn beginnt diese Wanderung auf dem Bahnhof Lobenstein. Sie führt über Unterlemnitz, wo die Sormitztalbahn in die Thüringer Oberlandbahn mündet, welche jedoch nur noch von Ebersdorf-Friesau bis Blankenstein (Saale) in Betrieb ist und das wohl nur wegen des dortigen Güterverkehrs auf der Schiene.

Weiter geht es nach Oberlemnitz. Der Bahndamm der Strecke ist weithin zu sehen. Er wurde seinerzeit mit dem Abraum aufgeschüttet, der beim Bahnbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Heinersdorfer Einschnitt gewonnen wurde. In dessen Nähe kommt man an einer Wiese vorbei an der ein Schild mit der Aufschrift ‚Ballonwiese‘ zu finden ist. Während ich erst noch dachte, dass hier bevorzugt Heißluftballons starten, habe ich später erfahren, dass von hier aus die Familien Wetzel und Strelzyk in der Nacht vom 15. auf 16. September 1979 die erfolgreiche Flucht aus der DDR per selbst gebautem Heißluftballon starteten.

Beim ehemaligen Haltepunkt Heinersdorf kreuzt die Wanderroute die Bahnstrecke. Rund 4 km weiter kann man rechterhand einen Blick auf das Viadukt an der Bärenmühle werfen. Man muss den Weg aber etwas verlassen, um einen brauchbaren Ausblick auf das Viadukt zu bekommen. Nochmal einen knappen Kilometer weiter laufen die Gleise der Sormitztalbahn im Bahnhof Wurzbach zusammen. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der Topografie ist dieser als Spitzkehrenbahnhof ausgeführt. Üblicherweise müssen die Lokomotiven in solchen Bahnhöfen Kopf machen, d.h. die Lok muss von einem Zugende zum anderen umsetzen. Um sich dieses zu ersparen und auch um die Lasten auf der Sormitztalbahn mit ihren starken Steigungen bewältigen zu können, werden die Güterzüge meist ‚Sandwich‘ gefahren… wenigstens je eine Lok vorne und hinten.

Wo ich nun, nach fast drei Jahren, diesen Bericht verfasse, habe ich leider keine Ahnung, wie es derzeit mit dem Güterverkehr auf der Sormitztalbahn aussieht. Grade habe ich einen Artikel vom Februar 2017 gelesen, in dem die Rede davon ist, dass die Bedienung von Ebersdorf-Friesau auf der Streichliste der DB steht. Danach bliebe dann nur noch der Güterverkehr zum ZPR in Blankenstein und die Fotomotive auf der Strecke werden immer weniger, die grün-weißen Triebwagen im Personenverkehr zähle ich erst gar nicht.

Wer sich aber in der Gegend auf die Pirsch nach Eisenbahnmotiven machen will, sollte mal bei den freundlichen Fahrdienstleitern (solange es die dort noch gibt) in Bad Lobenstein nachfragen ob und wann etwas fährt.

Externe Links:
Über die Ballonflucht
Geschichte der Sormitztalbahn
Thüringer Oberlandbahn


Zur Strecke:

Achtung: In der Nähe des ehemaligen Hp Heinersorf kreuzt der Wanderweg die Bahngleise. Wander -als auch digitale Karten, z.B. OSM, weisen diese Kreuzung aus, jedoch gibt es keinerlei Überweg und schon gar keine Form von Sicherung. Möglicherweise wurde hier, mit der Stilllegung des Haltepunktes auch der Bahnübergang, sofern er mal vorhanden war, zurück gebaut. Wer hier die Bahn queren will, muss über das Schotterbett nebst Gleisen. Genau genommen ist das verboten. Wer sich dennoch entschließt, dort die Gleise zu queren, der sei bitte vorsichtig.

Die Wanderung ist bei knapp 15 km und einigen ordentlichen Steigungen nach meinem Dafürhalten als mittelschwer einzustufen. Ich selbst war gute 6 Stunden unterwegs, allerdings mit diversen Aufenthalten an der Strecke. Leider fehlt es in der Region an Geld, um die zahlreichen Wanderwege in Schuss zu halten. So kam es vor, dass ich auf ausgewiesenen Wegen durch fast mannshohes Gras laufen musste. Auch der Weg zu dem ein oder anderen Fotopunkt führte durch’s Gebüsch. Man sollte sich entsprechend kleiden, insbesondere um sich vor Zecken zu schützen.

Mein Auto habe ich seinerzeit in Lobenstein geparkt, von Wurzbach bin ich mit dem Nahverkehr, Linie 32 der Erfurter Bahn zurück gefahren. Da die Stadt Bad Lobenstein Teile des Bahnhofsgelände gekauft hat und dort einen Busbahnhof bauen will oder schon baut, dürfte parken hier kaum mehr möglich sein. Alternativ sollte man am Wurzbacher Bahnhof nach einem Parkplatz schauen (damals gab es davon reichlich) und die Wanderung einfach umkehren.

Gallerie:
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